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Von Fredericton nach Southampton

  • 20. Juli 2017
  • 2 Min. Lesezeit

Nach der gestrigen Monsteretappe wollte ich es wieder etwas ruhiger angehen lassen. Aber ausschlafen im Zelt ist schwierig. Kaum wurde es hell war ich wach. Die ersten 10 km war ich zurück auf dem Transcanada Trail. Dann war aber leider schon wieder fertig. Bis Pondok fuhr ich darum auf dem Hw 105. Während ca 2 Stunden war er noch stark befahren, aber dann gehörte er mir und meinem Velo. Auf halber Strecke, schön um die Mittagszeit erreichte ich ein Motel mit Restaurant. Ich träumte von einem saftigen Steak, serviert auf einem richtigen Teller, gegessen mit richtigem Besteck. Aber das Restaurant existierte nicht mehr. Gleich nach der Brücke von Pokiok habe es ein Restaurant. Also rein in die Pedalen und obwohl hungrig, die Brücke von Pokiok zu erreichen. Es wurde immer heisser. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf dem Asphalt klebte. Glücklicherweise hatte ich genügend Wasser dabei. Eine nasse Gazewindel unter dem Helm kühlte wenigsten ab und genügend trinken war selbstverständlich. Auf der anderen Seite der Brücke war – nichts. 5 km auf der anderen Flussseite zurück. Da sei ein Shoppingcenter und dort wäre auch ein Restaurant. Was half es. Ich musste etwas essen, meine Beine waren ganz schwabbelig. Natürlich war da wieder ein Hügel, den ich rauf musste. Das Shoppingcenter war dann eine Tankstelle, das Restaurant ein Subway und ein Schnellimbiss einer anderen Kette. Damit ich die Bedienung nicht gleich anschnauzte, habe ich in Shop der Tankstelle einen Liter Milch gekauft und gleich getrunken. Das Steak auf der Speisekarte war dann etwas Rindfleisch, in feinste Scheibchen geschnitten, in eine Tortilla eingewickelt und mit 2 Scheiben Tomaten farblich noch etwas verfeinert. Die obligaten Saucen konnte ich noch knapp verhindern. Den Hunger hat es zwar gestillt, den Traum vom guten Essen allerdings nicht.

Ungefähr 20 km weiter sah ich in einem Waldstück verschiedene Motorhomes. Es sah nicht wie ein Campingplatz aus, aber fragen kostet ja nichts. Das ganze gehörte der Familie Fox, die auf dem Grundstück der Grosseltern einen privaten Familiencampingplatz betrieben. Die Grossmutter war 102 Jahre alt und toppfit. Ja, ich könne bei Ihnen mein Zelt aufstellen. Dusche habe es aber keine. Was brauche ich eine Dusche, wenn der St. Johns River gleich vor der Zelttüre ist.

Ob ich Lust hätte, mit Ihnen in ein Restaurant zu fahren. Sie würden heute mit der Mutter/Grossmutter Geburtstag feiern. Und wie ich Lust hatte. Der Traum vom saftigen Steak war wieder da. So fuhren wir dann 50 km mit dem Auto in nächste Restaurant (ein Autobahnrestaurant). Steak gab es keines. Aber Roastbeef auf einem Teller serviert mit richtigem Besteck. Es wurde ein lustiger Abend. Wir haben viel gelacht, Geschichten erzählt. Die Grossmutter hat mit wachen Augen das Ganze mit verfolgt und zwischendurch verschmitzt geschmunzelt. Wenn man bedenkt, dass der Staat Canada mit seinen 150 Jahren nur unwesentlich älter ist als die alte Dame…


 
 
 

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Ich geniesse die Freiheit mit dem Fahrrad die Welt zu erkunden - alleine oder mit meinem Partner Bruno.

Der Weg ist das Ziel....

Silvia Hess

 

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