Von Granby nach Chambly
- 3. Aug. 2017
- 2 Min. Lesezeit
Am Abend bekam ich noch Zeltnachbarn. Eine Frau mit vier jugendlichen Kindern. Das Zelt musste ganz neu sein. Sie sassen verzweifelt über der Montageanleitung und der erste Versuch ähnelte mehr einer Skulptur von Salvador Dali als einem Zelt. Der zweite Versuch, mit Hilfe eines weiteren Zeltlers führte dann eher zum Erfolg. In der Nacht brach ein heftiges Gewitter los. Das Zelt musste viele Vorteile haben, aber dicht war es nicht. Ich habe dann mein plotschnasses Zelt zusammengepackt und bin los gefahren. Bei der ersten grösseren Rast habe ich alles wieder ausgepackt und das Zelt ausgespannt. So konnte es dann innert kürzester Zeit trocknen.Während ich mein zweites Frühstück genoss, kamen zwei Patroulleure vorbei. Sie würden diesen Sektor des Trails zweimal pro Tag abfahren und sichern. Wenn ich dies mit dem Trail von Neufundland vergleiche…
In St. Jean sur Richelieu begann der Chambly Kanal. Heute nur noch von Freizeitkapitänen benutzt, war es ursprünglich eine wichtige Handelsverbindung. Unzählige Schleusen machen den Rivière Richelieu schiffbar. Der Trail läuft zwischen Fluss und Kanal, absolut ohne Verkehr.Genau wie der Trail von einem Heer von Freiwilligen gebaut, unterhalten und kontrolliert wird, ist auch der Canal du Chambly nur mit Hilfe von Freiwilligen möglich. Wie sieht dies eigentlich bei uns aus? Ist Freiwilligenarbeit nicht eher nur im Bereich sozialen Engagements.
Der Trail wird in diesem Gebiet rege benutzt. Ab ca. 11:00 Uhr sind Velofahrer (Familien, Rennfahrer, Rentnerfahrer), Rollschuhfahrer (wenn asphaltiert) und Elektrorollstuhlfahrer unterwegs. Je dichter der Betrieb, desto näher der Parkplatz.
Da ich jetzt schon im Einzugsgebiet von Montreal bin, gibt es keine Zeltplätze in vertretbarer Distanz und wild Campen ist hier so wie so kein Thema. Also leiste ich mit ein B&B und geniesse das breite Bett.





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