Von Chambly nach Montreal
- 4. Aug. 2017
- 2 Min. Lesezeit
Heute war nur die kurze Strecke von Chambly nach Montreal geplant. Ich schlief aus, habe das Gepäck neu gepackt und ein liebevoll zubereitetes Frühstück gegessen. Für die Fahrt nach Montreal habe ich mir sehr viel Zeit gelassen, kurz vor dem St. Lorenz Strom in einem Park noch ein Mittagsschläfchen gemacht. Ich konnte im Hotel (Travellodge Montreal Center) erst um 15:00 Uhr einchecken. Wie immer in den Städte habe ich mich verfahren. Wenn der Trail kilometerlang ohne Möglichkeit falsch abzubiegen verläuft, kommen dauernd Schilder, die darauf hinweisen, dass es weiterhin geradeaus geht. In den Dörfern oder Städte stehen die Schild vor, bei oder nach der Abzweigung. Ich bin schon oft zu früh abgebogen und dann vor irgend einem Privathaus gelandet. Kommt dann noch eine Baustelle dazu, ist die Verwirrung vorprogrammiert. Für die Fahrradfahrer werden die Schilder nie angepasst und schon ist man in einem falschen Gebiet. Wenn dann noch GPS und Onlinekarte der Great Trails in entgegen gesetzte Richtungen zeigen, kann man nur noch nach dem Weg fragen. Man sollte aber nie glauben, was man hört. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schlecht die Leute hier ihre Umgebung kennen.
Nach dem Mittagsschläfchen machte ich mich auf, den St. Lorenzstrom zu überqueren, das Ziel immer in Sicht. Die Brücke, die ich nehmen sollte, war gesperrt, weil der Granprix von Montreal nächstens stattfindet oder erst stattgefunden hat. Die zweite Möglichkeit, eine Brücke, die Velofahrer erlaubt, war gesperrt, weil auf der Insel an diesem Wochenende ein Metallica-Konzert stattfindet. Dann ging das erste Gewitter los. Einige Velofahrer hatten ebenfalls in einer Unterführung des TransCanada Highways Schutz gesucht. Es wurde heftig diskutiert, wie ich über den St. Lorenzstrom käme. 5 km stromaufwärte wäre eine Schleuse, die ich nehmen könne und dann auf der Insel zur Brücke käme. Gesagt, getan. Aber die Schleuse war blockiert. Fussgänger erklärten mir, das könne Stunden dauern, bis die Brücke gesenkt würde und ich über den Kanal käme. Aber es gebe stromabwärts (ca. 10km später) eine Brücke, die ich nehmen könne. Ich müsse allerdings das Velo auf die Brücke hochtragen. Ein Lastwagen sei vor drei Wochen in die Rampe gefahren. Also zurück zur schon erwähnten Unterführung. Dort war ein Velofahrer am Picknicken. Zur Sicherheit habe ich nochmals gefragt. Doch, doch, die Schleuse sei offen. Es würde nie länger als 20 Minuten dauern, wenn ein Schiff passiere. Ok, dann wieder zurück. Und tatsächlich war das Tor offen und ich konnte auf die Insel und habe dann nach mehrmaligem Fragen sogar die Brücke über den St. Lorenzstrom gefunden. Dann fing es wieder an zu regnen. Regenkleider wieder raus und weiter. Kaum war alles montiert, war die Sonne schon wieder da und ich schwitzte wie ein Tier. Also alles wieder ausgezogen. Kaum auf der anderen Seite konnte ich mich gerade noch unter eine Brücke retten. Ein heftiger Platzregen machte die Weiterfahrt unmöglich. Nach einer Viertelstunde liess der Regen nach, die Regenkleider waren schon wieder montiert und die Fahrt ging weiter. Die Sonne schien schon wieder, aber ich war so nahe beim Hotel, dass ich nicht mehr ausziehen wollte. Noch einen Hügel hoch und ich kam total verschwitzt in der Travelloge an. Ich liebe die Gesichter der Receptionisten, wenn ich so nass und schmutzig an die Reception komme. Da ich eine Reservation hatte konnte man mich nicht wegschicken und ich habe mein Zimmer bekommen.





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